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Mittwoch, 11. März 2015

ZWEI TAGE FLANIEREN IN ARGENTINIEN


Die vergangenen zwei Wochenenden habe ich reisend verbracht und die Wochen dazwischen sind verflogen wie nichts. Das Unterwegssein lässt das Gefühl erwachsen, einen Riesensprung in der Zeit gemacht zu haben. Ich stehe schon mitten im März. Der Sommer ist noch tageweise heiß. Kurz stelle ich mir vor, wie es in Paris gerade Frühling wird (und denke an die guten Dinge im letzten März, wovon ich hier und hier schrieb).

Und ich möchte von zwei wunderbar leichten Tagen erzählen, die ich mit der lieben S, die ich seit meiner Anfangszeit in Santiago kenne, im argentinischen Mendoza verbracht habe. Die Stadt liegt auf ungefähr gleicher Höhe mit Santiago, nur windet sich dazwischen die gewaltige Andenkordillere, die es auf nicht enden wollenden Serpentinen zu überwinden gilt. 


Aber Mendoza belohnt den mühsamen Weg und die langen Grenzkontrollen. Was wir vorfinden, ist lichtbesprenkelte, städtischer Leichtigkeit. Ideal, um sich nichts vorzunehmen und in das Wochenende hineinzuleben ... 

Wir pendeln von einer Plaza zur nächsten, setzen uns, lassen uns guten Kaffee und knusprige Toasts von feingekleideten Kellnern servieren. Wir denken keine komplizierten Gedanken, legen den Kopf in die Hand, reden von meinem F und ihrem J, reden im Plätscherton der Brunnen, gehen weiter ... bleiben vor Schaufenstern mit typischen Lederwaren stehen, probieren Cremes in einer Farmacia aus. Kaufen an der nächsten Ecke wieder etwas zum Naschen, süßen Blätterteig oder himmlisch günstige Minicupcakes.





Ich habe keinen Reiseführer in der Hand. Ich weiß keinen Eckpunkt aus der Stadtgeschichte. Dieses Wochenende ist ganz untouristisch, ambitionslos. Es genügt, es vergnügt, das Ambiente in sich einzusaugen und ziellos zu schlendern. Wir vergleichen das Stadtleben mit dem geschäftigen, lauten Santiago und kommen überein, dass es uns außerordentlich gut hier gefällt und Argentinien mehr Zeit verdient. 




Abends kommt das erinnernde Gefühl vergangener Familiensommerurlaube auf. Wenn die Laternen gelblich durchs Dunkel scheinen und die Plätze mit Restauranttischen vollgestellt sind und es noch heiß in den Shorts ist und alles klebt und alle glücklich wirken. 
Auf der Hostelterrasse zu später Stunde verliert sich irgendwann die Zeit. Bekanntschaften entstehen, jemand holt die Gitarre heraus und man kennt und singt dieselben Lieder, obwohl man sonst scheinbar nichts gemeinsam hat. Man sieht sich nie wieder, vergisst aber vielleicht diese Stunden nicht.




Sonntag, wir packen Klamotten, Proviant und Souvenirs zusammen. Bei der Rückfahrt zieht eine grüne Anzeigetafel vorbei: Buenos Aires in vielen, vielen Kilometern Entfernung. Hört sich so weit an, aber auch so gut. Wollen wir nicht .... ?


Und schon wieder Wochenmitte in Santiago, normaler Gang unseres Praktikums.

Noch mit diesem Lied im Ohr ... 

Kommentare:

  1. Deine Beschreibungen sind so klar und interessant, dass ich am liebsten meinen Koffer packen würde um mit Dir zu erleben...
    Wir hatte hier ein wunderbares Frühlingswochenende mit Schlangestehen vor den Kaffees. Die Bienen sammeln schon fleißig ihren Nektar und fleigen von Krokusblüte zu Krokusblüte. Viele Grüße die Randberlinerin

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    1. das hört sich doch schon richtig frühlingshaft an! viele Grüße!

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  2. Das sind schöne Fotos! So waren wir alle mit dir jetzt auch schon mal dort in Argentinien. Ein bisschen jedenfalls. Ich mag besonders das Bild mit deinen hübschen Beinen, Sandalen und lackierten Nägeln auf dem erstaunlichen STraßenpflaster mit so schönen bunten glasierten Kcheln dazwischen! So etwas sieht man bei uns ja gar nicht. Und ich verweile auf der Rückenansicht des jungen Mannes mit Rastazöpfen, der der Band lauscht. Wie er wohl von vorn aussieht? Vielen Dank! Marlene

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    1. danke!
      es sind übrigens die hübschen Beine meiner Freundin!

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